Der Opiummörder (David Morrell)

Samstag, 05.08.2017

Nebel – was für eine besondere Naturerscheinung. Im Frühling und im Herbst zaubert er beinahe romantische Stimmungen. Je näher der Winter kommt und auch an verregneten Tagen wechseln die Nebelbilder schnell zu melancholisch, oder gar düster und geheimnisvoll. Wer selbst schon versucht hat, im dichten Nebel sein Fahrzeug auf der Straße zu halten, weiß wie schwierig und anstrengend es ist, in einer milchig weißen Suppe zu navigieren. Nebel, ein besonderer Stoff – der gerne in Büchern, Gedichten und Filmen als Stilelement verwendet wird. Kein Wunder, dass er auch in diesem Roman für die richtige Stimmung sorgt …

Der Opiummörder (David Morrell)

1829, London, rund drei Millionen Einwohner, ein Moloch ohne Abwassersystem, mit Straßen voll von Exkremten, mit rußschwangerer Luft und vollgepackt mit unzähligen Einwandern. Viele davon ohne Arbeit. Der Opiumhandel blühte.

Wie so oft hing ein dichter Nebel über der Stadt. Man heizte mit Kohle und unzählige Schornsteine spieen Asche aus, die stetig auf Dächer, Mauerkronen, Gehwege und Straßen rieselte. Asche, die sich mit dem aufziehenden Nebel zu einer undurchsichtigen Masse vermischte. Laternen spendeten nur diffuses Licht, beleuchteten spärlich die Müllberge mit ihren Ratten, wieder war eine neue Cholera-Welle durch die Stadt gezogen. Hinter den Häusern wurden Schweine und Kühe gehalten. Besonders die Schweine waren begehrt und leisteten gute Dienste. Konnte man doch nicht nur ihr Fleisch verwerten, sie fraßen ja auch die Abfälle, die sonst nur wieder auf der Straße gelandet wären.

Oh, nein! Constable Becker würde keinen Zentimeter weichen! Dies hier war sein Tatort und die Fußabdrücke, die sich im weichen Morast abzeichneten würde er notfalls mit seinem Leben verteidigen. Verteidigen gegen diese beiden, gegen ihn anrennenden Schweine. Detective Inspektor Ryan hatte ihm beigebracht wie wichtig solche Spuren für die Aufklärung eines Verbrechens sein konnten – und für die Aufklärung eben jener Greueltat, wegen der sie beide hergerufen worden waren, würde er alles tun. Gleich fünf Leichen hatten Sie in dem kleinen Laden vorgefunden, auf’s Übelste zugerichtet. Während ihrer Arbeit in Londons Straßen hatten die beiden Polizisten schon viel gesehen, das hier übertraf an Grausamkeit und Brutalität jedoch bei weitem alles bisherige. Der Constable zog seinen Knüppel, erbittert kämpfte er gegen die beiden angreifenden Schweine. Sie verbissen sich in seine Beinen, zogen ihn am Ärmel und er fiel, fiel in den Dreck. In diesen undefinierbaren stinkenden Dreck und alles voran er denken konnte, als er eine Körperdrehung vollführte war – nicht auf die Abdrücke fallen! Nur nicht auf die Abdrücke …

Das sah nach großem Kino aus! Die Meute, die sich vor dem Laden versammelt hatte, reckte die Hälse und drängelte, wollte unbedingt in den Laden. Jeder wollte sehen was hier passiert war. Grauenvolle Schreie hatte man gehört. Zahlreiche Polizisten waren jetzt vor Ort. Es hatte einen Mord gegeben wurde gemunkelt. Einen? Nein, alle seien tot. Alle, der Ladenbesitzer, seine Frau, das Hausmädchen, die siebenjährige Tochter und – das Baby!

Der schwer verletzte Mann hatte sich mit letzter Kraft auf die Mitte der Straßenkreuzung geschleppt. Die Menge die ihm folgte vervielfachte sich rasch. Die unwirkliche Szenerie wurde beleuchtet von den Laternen zahlreicher Polizisten, die den Mann umstellten. So viele Jahre, so viele Tote, so viel Schuld. Endlich, standen seine Häscher still, die Zeit stand still …

David Morell – geboren 1943 hat bereits 28 Spannungs-Romane veröffentlicht. Sein Roman „First Blood“ war die Vorlage für einen Hollywood-Blockbuster . Er erschuf die Figur des „John Rambo“, die Sylvester Stallone berühmt machte. „Der Opium-Mörder“ erschein am 01.12.2015 in der deutschen Taschenbuchausgabe und hat mit „Rambo“ allerdings nicht viel gemein, sieht man einmal von ein paar aktiongeladenden Szenen ab.

Morell zeichnet ein mehr als stimmungsvolles Bild des viktorianischen Englands. Er erschafft eine schummrige, ja düster, schaurige Atmossphäre mit Figuren denen man alles zutraut. Zugezogene Vorhänge werden zum Sinnbild für die Sittsamkeit, die Zugeknöpftheit der damaligen Lebensweise. Als Ermittler setzt er auch schon mal ein Heer von Huren und Bettlern ein, die von einem opiumsüchtigen Schriftsteller geführt werden.

Glaubwürdig, spannend, ein Sittengemälde prall voll mit historischen Fakten über Medizin, Drogistik, Kriminalistik und Geschichte, die Morell perfekt einsprenkelt. Er erzählt von der Gründung der Polizei als Behörde, von Madame Tussaud’s Wachsfiguren-Kabinett, den Machenschaften der britischen Ost-Indien-Kompanie, den Opiumkriegen, dem nahezu sorglose Umgang mit Laudanum, einem Opiumderivat als Allheilmittel. So wird der Thriller zum Historienroman und der Krimi zum Lehrbuch. Einzig für die ganz zart besaiteten sind die doch recht drastisch geschilderten Mordsequenzen vielleicht nicht geeignet. 

Meine Lieblingsfigur ist Emily, die Tochter des Roman-Autor Thomas De Quincey. Sie ist ein echter Freigeist in Hosen. Sieht es nicht ein, täglich Reifrock, Korsett und damit über siebenundreißig Pfund Kleidergewicht zu tragen. Unerschrocken, kämpferisch, abgeklärt und mit dem Herz am rechten Fleck, zeigt sie so manches Mal dem starken Geschlecht wo es lang geht 😉

HörbuchFassung: Erich Räuker – ist ein Profi, keine Frage. Er liest gekonnt, lebhaft, fesselnd – bei jedem Handgemenge habe ich den Kopf eingezogen. Für den richtigen Grusel hat er gesorgt, wenn ich mit den Ermittlern allein auf Londons Straßen unterwegs war. Häufig leiht er seine Stimme auch Hollywoodgrößen. Rätselte ich zu Beginn erst noch vorher ich seine angenehmene, sonore Stimmes kenne, fiel es mir alsbald wie wie Schuppen von den Ohren. Er synchronisiert die Figur des Saul Berensen, in einer meiner Lieblingsserien: Homeland. Sehr gerne mehr von Ihnen, Herr Räuker!

Wassermusik (T.C. Boyle)

Sonntag, 21.05.2017

Was ist das nur mit diesem Afrika? Das Wort allein beschwört sofort Bilder herauf. Ich sehe große Tierherden, scheue Giraffen, weite Ebenen, Nomaden, Karawanen, die Sahara vor mir. Uralte Kulturen, die Wiege der Menschheit und auch gewaltige Ströme, den Nil, die Viktoriafälle tosend und gewaltig. Eben wo ich das schreibe fällt mir auf, das gleich vier meiner Lieblingsfilme in Afrika spielen: „Hatari“, „Der Geist und die Dunkelheit“, „Schnee am Kilimandscharo“ und na klar, „Jenseits von Afrika“. Und schon wieder – Bilder, Bilder, Bilder in meinem Kopf und dieses leise trommeln … 

Dann dieser große Autorenname T.C. Boyle. Er stand schon etwas länger auf meiner Wunschliste. Nur welchen seinen Romane für den Start wählen? Sein neuester „Die Terranauten“ war so kontrovers besprochen worden, paßt der zu mir? Die Wassermusik gilt als sein erster Erfolgsroman, warum also nicht von vorne beginnen um ihn kennenzulernen? Als ich dann die ungekürzte Hörbuchfassung von 2015 entdeckte, war es bei den ersten Silben schon um mich geschehen. Schwupps, wurde ich von Stefan Kaminski förmlich eingesaugt und ehe ich mich versah war ich mitten drin gelandet in diesem großen Abenteuer – der Entdeckung und Vermessung des Nigers:

Wassermusik (T.C. Boyle)

1794 Afrika. Die weiße Haut des Schotten Mungo Park musste geleuchtet haben wie der Mond in einer sternenlosen Nacht, inmitten all dieser dunkelhäutigen Mauren. Seine hellen Augen konnten nur eines bedeuten: Er hatte den bösen Blick. Schnell war man sich einig, wie man mit diesem Ungläubigen verfahren wollte, diese Augen mussten verschwinden. Eigens für dieses Vorhaben hatte man einen Helm mit kleinen Platten zur Hand an denen auf Augenhöhe zwei Schraubzwingen saßen …

Mungo verstand zum Glück kein Wort Arabisch, sonst hätte ihn sicher angesichts dieser Aussicht das Grausen gepackt. Die Aufregung verstand er beim Besten Willen nicht und warum setzte man ihn hier, mitten in der Wüste fest? Er war doch ganz und gar in friedlicher Absicht gekommen. Entsandt von der britischen Gesellschaft für die Entdeckung Afrikas und zwar nur zur Vermessung und Kartografierung des Nigers. Das hatte bislang zwar noch keiner geschafft, sei aber nicht weiter schwer, er müsse nur das maurische Emirat Damar meiden. 

Der Niger verlief durch die große Wüste, war elend lang und die Bewohner an seinen Ufern offenbar nicht immer friedfertig. Diejenigen Entdecker, die daran nicht gescheitert waren, hatte das Fieber, eine andere noch namenlose Krankheit oder ein tollwütiger Emir dahin gerafft. Mungo Park, ruheloser Schotte, 25 Jahre jung, wollte es trotzdem versuchen. Gemeinsam mit seinem Übersetzer Johnson und einem Esel und einem ausgemergelten Pferd war er voller Abenteuerlust und Tatendrang aufgebrochen. Alles war auch soweit gut verlaufen, bis auf die Umleitung, die er eigentlich um das Emirat Damar und seinen Herrscher hätte nehmen sollen …

Was für ein Aufruhr!? Wie auf ein geheimnisvolles Stichwort, das er nicht kannte, ist Panik ausgebrochen kaum haben sie das kleine Dorf erreicht. Als Mungo dann den Sand zwischen seinen Zähnen spürte und der Sturm ihn zu Boden warf war es beinahe schon zu spät. Seinen ersten Sandsturm überlebte der arglose Entdecker nur, weil Johnson wieder einmal ein Auge auf ihn hatte. Er war es, der ihn wegschleifte und der beide in diesem Kellerverschlag in Sicherheit brachte. In Sicherheit? Als er dort zu sich kommt und seine Augen sich allmählich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, war er sich gar nicht mehr so sicher …

Auf die Flußanreihner mußte dieser Mann wie eine Erscheinung gewirkt haben. Seine Haut schneeweiß. Mit Kaftan, Samtjacke und Zylinder brach er durch die Menge am Ufer und stürzte sich in die schlammigen Fluten, Jubelschreie ausstoßend in einer Sprache, die sie noch nie gehört hatten. Endlich war er am Ziel, endlich hatte er ihn gefunden – den Niger. Acht Monate Entbehrungen, Gefangenschaft und Durst, acht Monate ohne jegliche Nachricht, ohne ein Lebenszeichen in die Heimat, sicher hatten sie ihn schon aufgegeben … 

(Textzitat🙂 „Die Flüsse sind schwanger und gebären Sturzbäche. Regen der wie eine Glasscheibe fällt und am Boden in Splitter und Scherben zerspringt. Monsumstürme toben, die Sümpfe werden bodenlos und die Frösche denken, sie seien dazu bestimmt das Erdreich zu besitzen“. Mungo und Johnson waren auf dem Floß stromabwärts beinahe abgesoffen. Was überleben heißt hatte er erst hier in Afrika gelernt. Oh, wie er das entdecken satt hatte …

Haltet Euch fest, es geht noch weiter und selbst das ist nur ein Bruchteil von Mungos Erlebnissen:

1797 London. Ned Rise hatte eine schwere Kindheit. Als sein Ziehvater ihn das erste mal zum Betteln auf die Straße schickte und Abends verhaute, weil er nichts eingenommen hatte, war das erst der Anfang seines Leidensweges. Um den Ertrag zu verbessern, schien es seinem Vater eine gute Idee ihm die ersten Fingerglieder abzuhaken, da würde man sicher Mitleid mit dem Kleinen haben. Als das Messer auf Neds Hand niederfährt ist sein Schicksal besiegelt, was sollte jetzt noch anderes aus ihm werden als ein Gauner? Wie sonst hätte er, vestümmelt an Körper und Seele, es auch im georgianischen London zu etwas bringen sollen? Wer nicht verhungern wollte, konnte sich bestenfalls in den Dienst eines dieser reichen Pinsel stellen. Ja My Lord, Bitte My Lord, Gerne My Lord – das war nichts für Ned. Er wollte selbst reich sein, eines Tages vielleicht auch verschwinden können von hier. Die Idee mit dem Verkauf des falschen Kaviars war nicht seine schlechteste und die Einnahmen beträchtlich! Das er dann doch aufflog und man ihm den Prozeß machte, hatte wohl am Ende mit seiner Gier zutun und es sah nicht gut aus, wenn er ehrlich mit sich war. Sein Mitinsasse höhnte schon seit Tagen – er werde baumeln, baumeln, baumeln …

1795 Afrika. Soviel hatte Mungo erduldet, überstanden, überlebt, sollte es wirklich ein Vierbeiner sein, der ihn in die Knie zwang? Das Krokodil lag träge aber durchaus wachsam verborgen im Schlamm am Rande der kleinen Nigerinsel. Es war hungrig und es war sich sicher, die Menschlein die sich hier schutzsuchend vor den Fluten zusammengedrängten, würden früher oder später Durst haben und Wasser brauchen. Dieser eine da, der mit der hellen Haut, er schien ihm ein besonderer Leckerbissen zu sein. Das es dann Johnson war, der bis an die Knie ins Wasser watete und den das Krokodil aussuchte, konnte auch Mungo nicht mehr ändern. Als er schreiend und mit erhobenem Messer seinem Dolmetscher und Freund zur Hilfe kommen wollte, hatte ihn das Reptil schon am Fuß gepackt und in tieferes Wasser gezogen …

Ein Brief brauchte in diesen Zeiten bisweilen fünf Monate oder länger bis er England erreichte. Wie viele Jahre, wie viele Gerüchte lang wartete man als Ehefrau auf einen Helden? Wie lange, bevor man die Hoffnung endgültig aufgab?

T.C. Boyle lebt in Kalifornieren und wird mittlerweile als Kultautor gehandelt. Es geht die Rede, er habe dem historischen Roman in Amerika zu neuem Ansehen verholfen. Die historischen Fakten, die vielen seiner Romane zu Grunde liegen, sind stets fundiert recherchiert. Er strickt um sie herum mal realisitsche, mal absurde Geschichten, aber immer mit viel Liebe zum Detail. Wassermusik erschien in Amerika bereits 1982.

Alter Verwalter, was für ein Erzähler, was für ein Erzählstil! Was für eine Übersetzung! Bislang wußte ich gar nicht, dass man auch Wimmelbücher hören kann 😉 ! Szenen so bildhaft und detailreich, das man gar nicht weiß wo man zuerst hinhören soll, so viel gibt es zu entdecken. Mit Wucht beschreibt er, mal drastisch, mal gefühlvoll, mal eindringlich bleibt daber immer authentisch. Und ein ganz eigener Humor, bisweilen auch ein derber, wohnt in seinem Roman. 

Ob Mungo Park, der leibhaftige Entdecker tatsächlich so tickte, egal! Ob es Ned Rise wirklich gab – so what? … Boyle stellt im Vorwort auch klar, dass es ihm hier nicht wichtig war, alles immer auch historisch korrekt wiederzugeben. Und doch, man spürt die Fakten genau, sie geben seiner Geschichte den ganz besonderen Touch, sie hat Fleisch an den Knochen … All diese Entdecker, ihr Leid, ihre Qualen, die Unbill die sie auf sich genommen haben. Was hat sie nur motiviert und angetrieben? 

Das georgianische Zeitalter war wahrlich düster, da erzählt er uns nichts neues. Bei ihm aber riecht und spürt man den Dreck in Londons Gassen. Und immer wieder Afrika! Man schüttelt sich quasi den Sand aus den Ohren, wringt seine Kleidung aus, schwitzt, fiebert, spürt Hunger und Durst. Und dann diese herrlich schrägen Figuren die seine Geschichte bevölkern, zahlreich und bunt. Wütende Flusspferde, Krokodile, wilde Eingeborene, dickköpfige Entdecker, Snobs, Huren, Klatschweiber und Ehefrauen. Liebe, Freundschaft, Abenteuer, Verrat, Rache, Leid, Krieg, Tod und Verderben all das in einer einzigen Geschichte. Und wo man da überall rum kommt, der Sahel, London, die schottischen Highlands. 

Ob Hexe, Kanibale, Freund oder Feind – er kann sie alle: Stefan Kaminski! Aus dem Stand bin ich sein Fan geworden. Ich will ihn gar nicht vergleichen, denn diese seine Darbietung ist einzigartig. Er war es, wegen ihm habe ich mich für diese Fassung der Geschichte entschieden – für das Hörbuch und er hat bis zur letzten Silbe sein Versprechen gehalten. Er ließ mich über 21 Stunden lang an dieser Geschichte kleben wie eine Klette, staunend, lachend, kopfschüttelnd, atemlos. Für mich ist sein Vortrag der Beweis dafür wie intensiv sich Sprecher und Geschichte gegenseitig befruchten können … 

Das war sicher nicht mein letzter Kaminski und auch nicht mein letzter Boyle! Oh Mann, ich bin echt hinüber 😉💖

Vom anderen Ende der Welt (Liv Winterberg)

Freitag, 31.03.2017

Das mein Herz nicht nur für Bücher schlägt, sondern auch für meinen Garten, für alles was grün ist und blüht, habe ich in meinem Blog ja schon verraten. Gerne tauche ich beim Lesen auch mal ab in ein vergangenes Jahrhundert. Bei Fernsehserien mag ich das herrlich Steife der englischen Aristokratie, „Das Haus am Eaton Place“, „Downton Abbey“,  „Der Doktor und das liebe Vieh“ oder die „Onedin Linie“ gehören hierbei zu meinen Lieblingen. Wenn sich Botanik, Abenteuer und vergangene Zeiten verbinden, in einer Geschichte, die noch dazu die Biografie einer vergessenen Frauengestalt verarbeitet hat, war klar, das ich sie lesen mußte:

Vom anderen Ende der Welt (Liv Winterberg)

1785, der Hafen von Plymouth. Mary Linley steht am Kai, den Blick in die Ferne gerichtet. Das Meer wütet und schwer rollen die Wellen in den Hafen, wühlen ihn auf. Noch keine sieben Monate ist es her, heute sind es genau hundertsiebenundachtzig Tage, da stach ihr Vater in See. Vor Tagen dann die Meldung, sein Schiff sei bei Kap Horn zerschellt, es gab keine Überlebenden. Als Arzt und Botaniker war er ihr ein guter Lehrer, hat in ihr die Leidenschaft für das Zeichnen, die Botanik geweckt, sie ausgebildet. 

Wie kann Tante Henriette nur die Schwester ihres Vater sein? Diese beherrschte Frau hat so gar nichts mit ihrem Vater gemein. Seit Monaten schon schleppt sie einen Verehrer nach dem anderen für Mary an. Macht ihr Vorwürfe. In ihrem Alter, mit neunzehn, habe sie bereits einem Haushalt vorgestanden, war ihrem Mann eine gute Ehefrau gewesen. Zum Nähen, Putzen, Kochen sei eine Frau bestimmt. Blätter und Blüten sammeln, Schmetterlinge und andere Insekten auf Nadeln pieken – alles Flausen, die sie, Mary sich schleunigst aus dem Kopf schlagen soll. Jetzt wo ihr Vater tot sei, muß sich schließlich jemand finden, der für sie sorgt.

Mary steht fassungslos vor dem halb leeren Arbeitszimmer ihres Vaters, Tante Henriette hat nahezu alles verkauft oder wegschaffen lassen was ihrem Vater heilig war! Wie kann sie es nur wagen, sein Lebenswerk, alle Spuren so einfach auszulöschen. Mary muß hier raus! 

Der Bürovorsteher von Sir Carl Belham ist wütend, richtig wütend. Eine Unverschämtheit ist das, beschimpft er Mary, sie ein Weibsbild will was? Als botanische Mitarbeiterin auf dem Expeditionsschiff „Sailing Queen“ anheuern? Nach Hause zu ihrem Stickrahmensoll sie sich scheren. Auf die Mappe mit ihren Zeichnungen hat er nicht einmal einen Blick geworfen. Doch so schnell läßt sich Mary nicht entmutigen, in ihr reift eine Idee …

Als die erste Locke fällt, gibt es für sie kein zurück mehr. Sie wird sich noch einmal bewerben um auf der Expedition der „Sailing Queen“ in den Pazifik, nach Tahiti, mit dabei zu sein, diesmal aber nicht in Frauenkleidern!  So wird aus Mary Linley der Zeichner Marc Middleton und es gelingt, man heuert sie an.

Wird es Mary gelingen Ihre Tarnung auf einem Schiff voller Männer aufrecht zu halten? Kann sie die Strapazen einer solchen Seereise überstehen? Was ihr dann beinahe zum Verhängnis wird, hatte sie für sich schon gänzlich ausgeschlossen …

Liv Winterberg wurde 1971 in Berlin geboren. Dies ist ihr erster Roman und mit ihrer Figur der Mary zeichnet sie das Leben der Jeanne Baret nach. Ist der Name Jeanne Baret in Frankreich einigen noch geläufig, so kennt sie in Deutschland nahezu niemand. Vergessen sind ihr Mut und ihr Einsatz für die Wissenschaft. 1768 sticht Jeanne Baret, verkleidet als Mann alias Jean Barè mit Kaptiän Bougainville in See. Sie ist ausgebildete Botanikerin, lebt über Monate auf engstem Raum mit Wissenschaftlern und Seeleuten zusammen. Teilt sich mit ihnen Quartier und Sanitäreinrichtungen. Eine faszinierende Frauengestalt, eine farbenprächtige Geschichte, die glaubwürdig dem Frauenbild im 18. Jahrhundert nachspürt. Spannend und kurzweilig nimmt man an einer Seereise teil, zu der Zeit als noch nicht alle Kontinente entdeckt, noch nicht alle Seekarten gezeichnet waren. Schiff ahoi!

Der Kreis der Rabenvögel (Kate Mosse)

Samstag, 18.03.2017

Es muß jetzt mehr als dreißig Jahre her sein, als mein Vater einen Raben mit nach Hause brachte. Er war wohl aus dem Nest gefallen, und verschleppt worden, vielleicht von einer Katze … Er war noch nackt, blind und fiebte ganz erbärmlich vor Hunger. Mein Vater züchtete damals Vögel für den Zoohandel, zahlreiche Volieren mit Kanarienvögeln, Wellensittichen und Exoten waren im Keller und ums Haus verteilt. Know How und Ausstattung waren also vorhanden, so zog Jakob also bei uns ein und wir zogen ihn mit der Hand auf. Bald schon hüpfte er neben mir her über die Wiese am Haus und als er flügge wurde, saß er meist auf dem Küchenfensterbrett meiner Großmutter im Erdgeschoß, mit schief gelegtem Kopf und krächzte zur Begrüßung, wenn ich aus der Schule nach Hause kam.

In seinem ersten Sommer entdeckte Jakob seine Leidenschaft für die nackten, rot lackierten Fußnägel meiner Freundin und für den Fensterkitt im Fachwerkhauses unserer Nachbarn, den er fein säuberlich rauspickte. Jetzt also war die Zeit gekommen, Jakob wieder in die Freiheit zu entlassen. Wir brachten ihn dorthin zurück, wo mein Vater ihn als Junges gefunden hatte. Dort lebte auch tatsächlich eine Gruppe Raben. Noch Jahre danach, wenn ich ein Krächzen hörte, ich einen Raben mit schief gelegtem Kopf sah, ging ich auf ihn zu und flüsterte fragend „Jakob?“.  Leider habe ich ihn nie mehr wiedergesehen, und lange Zeit habe ich nicht mehr an ihn gedacht, bis ich dieses Buch-Cover sah:

Der Kreis der Rabenvögel (Kate Mosse)

1912, Fishbourne, im Marschland bei Sussex.

Blut, Haut, Knochen …

Mittwoch, 24.April, Mitternacht. Auf dem Friedhof der Kirche St. Peter & St. Marie versammeln sich schweigend einige Männer. Abwartend, beobachtend, starren Sie in die Dunkelheit. Gemäß eines Glaubens, der bereits im Jahre 1813 verbrieft wurde, soll man in der Nacht vor dem Tag des heiligen Markus zur vollen Stunde sehen können, wie die  Geister derer, denen bestimmt ist im kommenden Jahr zu sterben in die Kirche einziehen. In den meisten Teilen von Sussex ist dieser Aberglauben längst ausgestorben, aber nicht hier im Schatten der alten Salzmühle bei Fishbourne. Connie die Tochter des Tierpräparators Gifford ist ihrem Vater im strömenden Regen durch die Marsch bis zur Kirche gefolgt. Ihr Vater ist ein gebrochener Mann, längst dem Alkohol verfallen, meidet er nahezu jeglichen Kontakt. Doch mit diesen Männer, die sich tropfnaß vor der Kirche versammelt haben, scheint ihn etwas zu verbinden, etwas unausgesprochenes, düsteres und wer ist diese Frau die im Verborgenen die Szenerie beobachtet. Connie hat sie hier im Dorf noch nie gesehen …

Connie hat wieder einen Anfall. Nach ihrem Unfall vor zehn Jahren, sind ihre diese „petit mals“, Epilepie-Anfälle, bis heute geblieben. Mit zwölf war sie so schwer auf der Treppe gestürzt, dass sie sich an die Zeit vor dem Sturz nicht mehr erinnern kann. Die „verschwundenen Tage“ nennen sie und ihr Vater diese Zeit, zwölf verlorene Jahre. Ihre Mutter hat Connie nie kennengelernt, früh ist sie gestorben und ihr Vater war allein mit ihr zurückgeblieben.

Blut, Haut, Knochen – damit kennt Connie sich bestens aus. Hat sie ihren Vater doch schon früh in seiner Werkstatt beobachtet und von ihm gelernt. Berühmt war er, gefragt als Tierpräparator, sogar ein kleines Museum hat er geführt. Alles dahin, nach einem verlorenen Rechtsstreit, den hohen Arztrechnungen für Connie. In die Einsamkeit ist er mit ihr gezogen, als sie wieder bei sich war. Über die Vergangenheit spricht er nicht nur nicht, er verweigert sich geradezu. Mehr schlecht als recht hält sie der Beruf des Vaters, der früher einmal seine Berufung war, jetzt noch über Wasser. Nie verwunden scheint er es zu haben, sein Museum aufgegeben zu müssen. Alkohlabhängig und verbittert, oft nicht mehr in der Lage sein Tagwerk zu verrichten, hat Connie die kleine Werkstatt übernommen …

Dohle, Elster, Rabe, Krähe …

Marie, das Hausmädchen der Giffords schreit gellend. Die Wäsche, die sie aufhängen wollte liegt rings um sie herum im Dreck verteilt. Connie Gifford kriegt nur mit Mühe aus ihr heraus, was sie so erschreckt hat. Dort im Priel, der nah beim Haus der Giffords vorbei führt liegt eine Frauenleiche und Connies Vater ist wie vom Erdboden verschluckt …

Kate Mosse, britische Erfolgs-Autorin, wohnt in Sussex und arbeitet auch als Fernsehmoderatorin für die BBC, wo sie eine regelmäßige Büchersendung hat. Mit dem „Kreis der Rabenvögel“ hat sie eine Mischung aus düsterem Krimi und historischem Roman erschaffen. Bisweilen braucht man einen starken Magen, so forensisch und lehrbuchgenau schildert sie,  die Praktiken der Taxidermie (Tierpräparation). Mir war bis dato nicht bewußt, wie geachtet und wie weit verbereitet dieses Handwerk um neunzehnhundert in England war. Schenkte man sich doch zur Silberhochzeit auch schon mal eine ausgestopfte Eule, oder zum bestandenen Examen einen Falken. Mit schaurig schönen Gedichten ergänzt Mosse die Handlung. Mein Kopfkino war diesmal in schwarzweiß, wie in einem alten Edgar Wallace Film, auch Miss Marple hätte sich hier wohl gefühlt. Die Stimmung in und um Blackthorne House ist mal nebelverhangen, mal whiskeyschwanger aber immer atmosphärisch dicht. Man wird als Leser entführt ins viktorianische England und verführt zum mit ermitteln. Das Finale – furios, Sturm und ertrinkendes Land! Ein wunderschön gestaltetes Cover umfaßt diesen Roman und die Geschichte hält was es verspricht!

Die Hörbuch-Fassung wird fesselnd vorgelesen von Tanja Geke, einer erfahrenen Hörbuchsprecherin. Sie haucht der Handlung mit Wispern und Flüstern Leben ein und jagte mir so manch einen Schauder über den Rücken …

Die Gestirne (Eleanor Catton)

Donnerstag, 23.02.2107

Es gibt sie, diese Perlen, diese Sterne am Bücherhimmel, die heller strahlen als alle anderen. Die uns nach dem Umblättern der letzten Seite wehmütig zurücklassen, wie sollen wir unseren Alltag ab jetzt, ab heute ohne diese liebgewonnenen Figuren bestreiten? Geschichten über die wir lange nachdenken, an die wir häufig zurückdenken. Buchrücken an denen unser Blick immer hängenbleibt wenn wir an unserem Regal entlang huschen. Schon der Buchumschlag zaubert uns dann ein unbewußtes Lächeln auf’s Gesicht. Was soll jetzt noch nach kommen? Schwer tun wir uns dann einer neuen Geschichte eine Chance zu geben. Zu einem solch seltenen Fixstern ist seit dem Winter 2015 dieser Roman hier für mich geworden:

Die Gestirne (Eleanor Catton)

Neuseeland, 1866 zur Zeit des Goldrausches. Es stürmt vor der Küste von Hokitika in dieser Januar-Nacht und das Passagierschiff, welches ankern will wird von der aufgepeitschten See am Anlegen gehindert. Die Passagiere werden umgeladen in die Rettungsboote und in wilder Fahrt angelandet. Eines dieser Boote spuckt den Schotten Walter Moody an Land, völlig durchgeforen und durchnäßt erreicht der junge Mann das Crown Hotel. Ein Königreich für ein Glas Brandy und eine Zigarre! Im Rauchzimmer des Hotels trifft Moody eine Schar Männer an, die auf den ersten Blick wie zufällig zusammengewürfelt wirkt Keiner der Anwesenden scheint zunächst Notiz von ihm zu nehmen, als er in einem freien Sessel am Kamin Platz nimmt. Seine Zufriedenheit mit dem ergatterten warmen Plätzchen und die Ruhe währen nur kurz, da beugt sich der Mann im Sessel zu seiner Rechten zu ihm vor und beginnt ihn recht unverblümt auszufragen. Der Mann stellt sich als Thomas Balfour, Seespediteur vor. Die beiden geraten in ein Gespräch und dessen Verlauf verwickelt Walter Moody in die Geschichte, die die zwölf Männer an diesem Abend im Rauchsalon des Crown Hotels zusammengeführt hat. Jeder von Ihnen scheint in ein Netz von ungelösten Verbrechen verstrickt und der Selbstmordversuch einer opiumsüchtigen Hure scheint dabei nur die Spitze des Eisbergs zu sein …

Jetzt beginnt das, was diesen Roman so einzigartig macht. Eleanor Catton erzählt in zwölf Kapiteln und jeweils aus dem Blickwinkel eines jeden Anwesenden. Dabei wechseln nicht nur die Perspektiven und immer mehr Puzzleteile fallen an ihren Platz, auch die Einordnung der Figuren in die Guten und die Bösen und die Frage nach Schicksal oder Zufall will gelöst werden. Eine solche konstruierte Geschichte hatte ich bis dato noch nicht gelesen, und mir fällt dazu nur eines ein: Genial! Genialer Plott, geniale Sprache, genial erzählt.

Eleanor Catton war mit 28 Jahren 2013 die jüngste Booker-Preisträgerin aller Zeiten, das allein schon war für die Presse eine Sensation, als Wunderkind wurde sie gehandelt. Ihr Epos „Die Gestirne“ umfaßt stolze 1036 Seiten, über 23 Stunden ungekürzte Hörbuchzeit, die beim Lesen oder Hören regelrecht dahin fliegt. Das verdankt Catton sicherlich auch der grandiosen Übersetzung von Melanie Walz. Herrlich altmodisch ist die Sprache, mit einem eigenen Humor und einem hintergründigen Unterton, man fühlt sich förmlich in die Zeit des Goldrausches hinein katapultiert, genießt jeden Satz. Ich habe mir diese Geschichte vorlesen lassen, von einem grandiosen Sascha Rothermund, den ich schon aus anderen Hörbüchern kannte, hier hat er sich selbst übertroffen. Nie habe ich jemanden mit sich selbst so formvollendet streiten hören! Dieses Kapitel habe ich zweimal angehört.

Das Gerüst der Geschichte, die Raffinesse und die Verbindung der Planeten, die Konstellation der Gestirne, erschließt sich einem vielleicht eher beim Lesen. So habe ich mir ausnahmsweise beides gegönnt, Hardcover & Hörbuch – allein daran sieht man, wie sehr ich an dieser Geschichte hängen geblieben bin … Eine Perle halt! Eine echte!

Gut zu wissen: Am 27.03.2017 erscheint die Taschenbuch-Ausgabe.

Der Architekt des Sultans (Elif Shafak)

Donnerstag, 23.02.2017

Ich gebe es ja zu, beim Bummeln durch eine Buchhandlung bin ich letztens auch in die „Cover-Falle“ getappt, und nicht nur in die … Dieses kleine, feine Hardcover des Kein & Aber Verlags lag da auf einem Büchertisch und ich bin mir sicher, es hat mir zugezwinkert. Einmal in die Hand genommen, sehe ich – die Autorin kenne ich nicht, der Klappentext liest sich nicht schlecht. Mist, es ist eingeschweißt, wo ist das Ansichts-Exemplar! Ich ergattere es und setze mich erstmal damit in eine Ecke. Als Fan von alten Gemäuern und mit gehöriger Ehrfurcht vor alten Baumeistern konnte das doch nur ein Volltreffer sein. In Istanbul und Indien spielt es, na dann nix wie los zur Kasse:

Der Architekt des Sultans (Elif Shafak)

Mitternacht, 22.12.1574, Istanbul – es beginnt mit einem grimmigen Knurren in der Dunkelheit. Der Elefantenhüter und Bauzeichner Jahan, Schüler des Hofarchitekten Sinan, ist sich sicher, das Geräusch kann nur von einer der größten Raubkatzen im Sultanspalast kommen. Einem kaspischen Tiger. Was hat ihn aufgeschreckt? Plötzlich sind auch die anderen Tiere in Aufruhr geraten, Affen, Löwe, Papageien – sie erheben ihre Stimmen in einem einzigen verängstigten Getöse. Längst sind auch schon die anderen Tierbändiger auf den Beinen, versuchen die Ursache des Tumults zu ergründen, ein Wolf oder ein Schakal vielleicht, der in den Palastgarten eingedrungen ist?

Die Neugier aber treibt nur Jahan weiter voran, erst sieht er nach Chota, dem Elefanten der ihm anvertraut ist, dann dringt er weiter in den Palast vor. Gespenstisch steht der Mond über dem dunklen Rosengarten, verborgen im Schatten einer Mauer beobachtet Jahan eine seltsame Szenerie. Mehrere Taubstumme huschen zwischen den Eingängen der rückwärtigen Palasträume hin und her, manche von Ihnen tragen Säcke, andere Fackeln. Was hatte das zu bedeuten? Für eine Umkehr war es längst zu spät, dieser Angelegenheit musste er auf den Grund gehen. Er schleicht weiter und landet in einer schwach beleuchteten Kammer. Auf dem Boden zwischen reich dekorierten Möbeln, Wandteppichen und Spiegeln findet er eben diese Säcke. Ist ihm auch niemand gefolgt? Mit einem letzten Blick über die Schulter vergewissert er sich und öffnet einen der Säcke, es sind fünf. Heraus rutscht eine kleine bleiche Hand, eine Kinderhand, es sind fünf Kinderleichen in den Säcken …

Elif Shafak, geboren in Straßbourg, gehört zu den meist gelesensten Autoren in der Türkei. Dreizehn Bücher hat sie bereits vor dem „Architekt des Sultans“ veröffentlicht, der Spiegel bezeichnet sie als „Star in der türkischen Literaturszene“, unfassbar, das ich erst jetzt auf sie stoße. Für mich war die Begegnung mit Elif Shafak und ihrem Roman über den größten Architekten des Osmanischen Reiches eine ganz besondere. Ein episches Abenteuer! Bildgewaltig erzählt Shafak von der schicksalhaften Begegnung zwischen Meister und Schüler, von Krieg und Verderben, von einer großen Liebe und von der Erschaffung von Bauwerken die alle Zeiten überdauern. Magisch!