Das Spiel des Engels (Carlos Ruiz Zafon)

Sonntag, 31.12.2017

Mein Tag begann mit einem Himmel so blau, das musste die Farbe des Glücks sein … 

Auf meinem Arbeitsweg verfinsterte sich der Horizont dann aber in Windes Eile mit regenschwangeren Gewitterwolken. In der Ferne zerschnitten Blitze die Wolkenberge. Dann, von einer Windböe erfaßt, fuhr ich plötzlich wie in eine Wasserwand und es fiel mir schwer meinen Wagen noch in der Spur zu halten. Die anderen Autos, die mit mir auf der Straße waren, konnte ich kaum noch sehen. Angstvoll zog ich bei jedem Donnergrollen den Kopf ein. Gewitter sind wirklich nicht meine Sachen. Endlich eine Ampel und ich konnte mal anhalten. Das Quietschen von Reifen hinter mir, ließ mich zusammen zucken. Ein Blick in den Rückspiegel werfend, sah ich den Wagen hinter mir, mir ausweichend, in den Graben rutschen …. 

Das war gerade nochmal gut gegangen, niemand verletzt. Mein Schutzengel war heute zum Glück hell wach gewesen, hatte seine Hand über mich gehalten. Nicht von Engeln begleitet, eher von einem gefallenen Engel verleitet, davon erzählt diese Geschichte:

Das Spiel des Engels (Carlos Ruiz Zafon)

Als die Straßenbahn kreischend bremste und zwanzig Zentimeter vor dem Gesicht von David zum Stillstand kam, sank er ohnmächtig zu Boden. Die Diagnose danach war vernichtend. In seiner linken Gehirnhälfte hatten die Ärzte eine Wucherung ausgemacht. Man könne vieles tun, um ihm die Schmerzen zu lindern, ihm Ruhe zu geben, aber heilen, heilen könne man das nicht. Alles was er jetzt noch wissen wollte war, werde ich noch schreiben können? Nein, er würde nicht einmal mehr an das Schreiben denken können, so lautete die kühle Erwiderung seines Arztes …

Diese Nacht in der kleinen, verfallenen Villa am Eingang des Park Guel, war von verstörenden Träumen erfüllt. Der Taxifahrer hatte David erst gar nicht aussteigen lassen wollen. Hier wohne doch ewig schon niemand mehr? David war trotzdem mit klopfendem Herzen eingetreten. Nach einer ruhelosen Nacht, empfangen von einem geheimnisvollen Gastgeber, erwachte David allein. Am Morgen war sein geheimnisvoller Gastgeber spurlos verschwunden, nur sein Angebot, „schreibe mir einen Roman und ich kümmere mich um alles Weitere, auch um deine Gesundheit“, klang in David noch nach. Er fühlte sich gekräftigt und voller Tatendrang. Lange sollte seine Hochstimmung nicht währen. Nach dem Verlassen des Hauses stieß er auf eine Nachricht, die eilig unter den Passanten die Runde machte. Der Verlag, an den er, David, mit einem Knebelvertrag gebunden war, war in dieser Nacht bis auf die Grundmauern nieder gebrannt, die Inhaber tot und/ oder schwer verletzt. Die Todesdrohung, die David den beiden Herren gegenüber vor einer Woche im Streit ausgesprochen hatte, holte ihn jetzt ein. Schneller als die Schritte der drei Polizisten, die ihm jetzt folgten und nein, ein Alibi hatte er für die Tatnacht nicht vorzuweisen …

David war den blutigen Fußspuren im Schnee durch den Park gefolgt, sie führten zum See. Dort mitten auf der Eisfläche sah er sie in ihrem dünnen Nachthemd. Das Eis unter ihren Füße hatte bereits Risse. Er warf sich bäuchlings auf die Eisfläche und kroch zu ihr hin. Noch bevor er sie erreichen konnte, hatte sich ein schwarzes Loch unter ihr aufgetan und der See hatte sie verschluckt. Als die Schollen sich über ihrem Körper geschlossen hatten, war dieser unter dem Eis ein Stück weit auf ihn zu getrieben. Ihre ausgestreckte Hand in seine Richtung haltend, waren ihrem Mund schnell, viel zu schnell, die letzten Luftbläschen entwichen …

Carlos Ruiz Zafon. Fast ein Jahr lang stand „Das Spiel des Engels“ auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Übersetzt in 30 Sprachen erreichte es ein Millionenpublikum. Auch hier greift Zafon tief in die Trickkiste seiner Formulierkunst, wie wir sie uns schon beim „Schatten des Windes“ der Vorgänger-Geschichte erlesen durften.

In diesem Roman gibt es Barcelona statt. Wie aus der Zeit gefallen, agiert diese magische Stadt hier nicht nur als Kulisse, sondern auch als Stilmittel. Vor Jahren bin ich einmal selbst dort gewesen, die spektakulären Bauten des Architekten Gaudi, die das Stadtbild mit prägen, nicht zuletzt seine unvollendete „Sagrada Familia“, sein „Knochenhaus“, haben mich tief beeindruckt. Ein Spaziergang durch den Parc Guel und die Ruhepause auf Gaudis „Schlangenbank“, der Bummel über die Ramblas, gehören noch immer zu meinen Lieblings-Reise-Erinnerungen. Jetzt Nachts mit Zafon und seinen Figuren durch diese Stadt zu ziehen ist magisch, spult eine wahre Bilderflut vor meinem inneren Auge ab.

Fantasy- oder Detektivgeschichte, Schauerroman oder historischer Krimi. Zafon läßt uns das selbst entscheiden. Ihn macht aus, dass ein Genre allein ihm nie genug ist. Trugbild, Wahnsinn oder Realität? Zafon umgibt uns mit Hexen, unsterblichen Schriftstellern, lebendigen, gefallenen Engeln. Er spart diesmal selbst an Leichen nicht und auch nicht an qualvollen Todesarten. Dort wo „Der Schatten des Windes“ noch deutlich verträumter und melancholischer ist, packt er uns mit dem „Spiel des Engels“ am Kragen. Läßt uns immer wieder verwickelt in Zweikämpfe, die einem James-Bond-Film alle Ehre machen würden, verfolgt durch das alte Barcelona hetzen und immer nur kurz Atem holen. Schwer verletzt hin oder her, wir müssen die Stadt verlassen, heute noch …

Hundert Menschen stehen mit Kerzen in der Hand vor seinem Laden. Die Totenwache für Ihren Lieblings-Buchhändler mussten sie heute halten. Ohne Frage hätte auch ich mich in diese Schlange eingereiht. Wie gerne wäre auch ich hier Kunde gewesen, hätte mit den blitzgescheiten, buchkundigen Semperes gefachsimpelt, philosophiert, mich an einem guten Text, mich an einer wunderbar gearbeiteten Ausgabe erfreut. Hätte die Magie, die hier zwischen den Büchern wohnte beim Betreten des Ladens, tief einatmend in mich aufgesogen. Wäre eingetaucht in die Wortstürme …
Die blitzgescheite Isabella ist diesmal meine Lieblingsfigur. Etwas vorlaut, voller Leidenschaft, kreativ, gut strukturiert und ordnungsliebend. Sicherlich im Sternzeichen Wassermann geboren. Schlagfertig agiert sie in den Dialogen mit David Martin. Sie weiß stets durch uneigennütziges Handeln zu überraschen.

Im zweiten Teil seiner „Friedhof der vergessenen Bücher-Reihe“ wird bereits offenbar, wie meisterhaft er hier die Schicksale der handelnden Personen über die Zeit mit einander verwebt. So endet Band zwei mit der Geburt der Hauptfigur aus Band eins und doch erzählt er nicht einfach nur diese eine Geschichte. Zum Glück und zu meiner Freude warten noch zwei weitere Bände auf mich. Vielleicht werde ich ja eine liebgewonnene Figur sogar wieder treffen? Geschickt macht er das, er hat mich am Haken, der Herr Zafon …

Der Sprecher dieser HörbuchFassung, Gerd Wameling, hat bei mir ein schweres Erbe angetreten. Den Vorgänger-Roman „Der Schatten des Windes“ hatte mir einer meiner erklärten Lieblinge vorgelesen, Uve Teschner. An ihm musste sich Wameling jetzt messen lassen, die Latte hing hoch. Nach den ersten vorgelesenen Silben hatte ich dann auch schon Heimweh, Heimweh nach der Art, wie sich Teschner in eine Geschichte einzubringen vermag. Wamelig liest vor, gut intoniert, verständlich, gleichmütig, braucht nach meinem Gefühl aber zuviel Zeit um sich den Figuren anzunähern es fehlt ihm bisweilen an Empathie für sie. Dieser exzellenten Geschichte kann er damit zwar nicht schaden, dem Lesen würde ich hier aber diesmal eindeutig den Vorzug geben, zumal dieser Teil der Reihe als Hörbuch leider gekürzt ist.

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Wedora (2) – Schatten und Tod (Markus Heitz)

Sonntag, 10.09.2017

Das Abenteuer geht weiter

Habt Ihr Eure Trinkflaschen gut gefüllt? Vorräte verstaut? Kompaß und Gesichtsmaske für den Ritt durch den aufziehenden Sandsturm griffbereit? Die Angst vor elefantengroßen Echsen als Reittiere zu Hause gelassen? Ein Mittel gegen Skorpionbisse zur Hand? Eure Ausdauer trainiert? Denn es kann ein bischen dauern, bis wir mit unserer Karawane in Wedora ankommen. Oasen gibt es in diesem Teil der Wüste nicht mehr. Dafür sengende Hitze, giftige Skorpione und man erzählt sich, es lauern Räuber in den Dünen, Spione verbergen sich in den Schatten. Die Händler berichten gar ein Krieg ziehe auf. Ob ich unserem Führer noch trauen kann? Ich hoffe darauf, schließlich ist er der beste Hexer der Stadt. Trotzdem, kommt, wir werden uns jetzt besser anseilen, damit der heraufziehende Sturm uns nicht fort trägt. Ist das eine Fata Morgana? Bleibt immer dicht hinter mir, es kann jetzt nicht mehr weit sein, ich meine die Türme der Festung Sandwacht in der Ferne schon zu sehen …

Wedora (2) – Markus Heitz

Der Kara Buran lag wie eine Drohung über der Stadt. Der heftige Sturm rüttelte an den Fensterläden, drang durch Ritzen und Spalten der Mauern bis ins Innere der Häuser. Er fegte wütend durch die Gassen, trieb den Sand sirrend an. In alle Poren, in Augen, Ohren und Münder drang er ein. Den Unvorsichtigen schmirgelte er die Haut ab, er schlug sie mit Blindheit, Taubheit oder dem Erstickungstod. Die feinen Sandkörnchen vermischten sich wie Dunst mit der Luft, verdunkelten die Sonne, die Nacht-Gestirne, die Tageszeiten waren nicht mehr bestimmbar. Das öffentliche Leben war zum Erliegen gekommen. Für wie lange vermochte niemand zu sagen, das war jedesmal anders und diesmal schien der Sandsturm eben erst Atem geholt zu haben …

Und Liothan? Er haderte derweil mit seiner neuen Karriere. Seine Ausbildung als Hexer, die der ehemalige Holzfäller und Gauner begonnen hatte, raubte ihm den letzten Nerv. Turmhoch stabelten sich die Lehrbücher um ihn herum und nichts, aber auch gar nichts von dem, was dort geschrieben stand, wollte zwischen seinen grauen Zellen haften bleiben. Das und die Langeweile waren es, die ihn schließlich in die Kellergewölbe des Hauses getrieben hatten, das ihm als Erbe zugefallen war. Was er jetzt nach dem Abstieg in diesen Schacht entdeckte, machte selbst ihn sprachlos. Vor ihm lag das riesige Wasser-Reservoire, das die Wüsten-Stadt und ihre Bewohner am Leben hielt. Eine Zisterne mit klasglarem, smaragdfarbenem Wasser. Kühl und schimmernd. Unglaublich! Von seinem Haus aus hatte er einen direkten Zugang zu dem umkämpften Heiligtum, den geheimen Grotten. Wer in Wedora den Zugang zum Wasser hatte, der hatte auch die Macht über die Stadt. In Liothan keimte eine Idee auf und ein unheilvoller Pakt wurde besiegelt …

Und Tomeija? Der Herrscher von Wedora hatte sie offenbar eindeutig auf dem Kieker. Auf die Probe hatte er sie gestellt, sie danach mit neuen Befugnissen ausgestattet und entsandt. Nach Sandwacht. In der geheimnisumwitterten Festung am Rand der Stadt, sollte sie einen Mord aufklären der innerhalb seines Heeres geschehen war. Eine junge Aufklärungspilotin war tot, die Aufzeichnungen ihres letzten Fluges verschwunden. Der Kommandant von Sandwacht mauerte und nicht nur er. Standesdünkel, Überheblichkeit, Machtspiele, hier herrschten eigene Gesetze, das war Tomejia sehr schnell klar. Ganz wie ihr wollt! Sie konnte nach allen Regeln spielen, war erst einmal ihr Jagdinstinkt geweckt. Was Tomejia nicht wußte – der Mörder hatte sie längst auf seinem Radar …

Markus Heitz – bereits mehrfach mit dem deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet, auch in diesem Jahr zählt er zu den Gewinnern und zwar mit der Comic-Version seiner „Zwerge“. Gratuliere!

Mich begeistert der Ideenreichtum dieses sympatischen Autors nach wie vor. Immer wenn mir der Alltag zuviel wird, tauche ich gern ab in die Fantasy, bei ihm weiß ich mich dabei stets in guten Händen. Die Figuren die er erschafft gehören für mich zu den Ausgebufftesten, seine Wesen zu den Phantasievollsten. Diesmal baut er sogar Steam-Punk-Elemente in sein Wüstenabenteuer mit ein. Das Sandmeer durchqueren im dichten Körnertreiben metallene, tierähnliche Gefährte. Geheimnisvolle Heiler erschaffen aus Leichenteilen neue Wesen. Überlebensgroße Echsen mit einem unbestimmbaren Eigenleben fungieren als Reittiere.

In den unterschiedlichen Vierteln der Stadt läßt Heitz uns auf Märkten bummeln, Leckereien kosten, in Teestuben einkehren, Kunsthandwerker bestaunen. Eine satte, farbenfrohe Kulisse schafft er damit gleichermaßen für seine Abenteurer und seine Leser, respektive Hörer. Und immer wieder die Wüste, wunderschön, lebensfeindlich, schier unendlich. Das Böse darin sorgt dabei für eine grenzenlose Ausweitung des erstickenden Sandes …

Wie schon im ersten Teil läßt Heitz seine beiden Hauptfiguren Liothan und Tomejia wieder zu Gegenspielern werden, stehen sie doch einmal mehr oder immer noch, auf zwei verschiedenen Seiten des Gesetzes. Alte Freunde, beschützende Schatten und neue Verbündete brauchen beide. Werden beide mit heiler Haut davon und ihren Neidern entkommen sein, wenn der Kara Buran sich dieses Mal gelegt hat? Auf welcher Seite steht eigentlich Wedoras Herrscher? Spuk, Legende oder allmächtiger Tyrann?

Wo der Feind steht, ist schwer auszumachen. Komplotte, Intrigen, erbitterte Kämpfe zwischen Krämerseelen und Wüstenvölkern um das lebenserhaltende Naß sind entbrannt. Befeuert und gestützt durch magische Waffen. Schlachtschiffe, Tsunamis und Eis brechen sich an der Stadtbefestigung Wedoras. Alle Wetter! High Noon in der Wüste. Die Geschichte gipfelt in einem wahren Spezialfeffekte-Feuerwerk. 

Actiongeladen, einfallsreich, spannend und kurzweilig, kurz ein echter Heitz! Ein starker zweiter Teil.

Die Reihe um die Wüsten-Handelsstadt Wedora ist als Zweiteiler angelegt, demnach könnte die Geschichte auch hier ein Ende finden, könnte …

Hörbuch-Fassung:

Uve Teschner & Markus Heitz = Dreamteam! 

Diesmal ist Uve Teschner stimmlich noch tiefer abgestiegen in das Reich des Unheils und der Bestien. Kehlig, unheimlich und dunkel klingt seine Stimme, wenn unser Held Liothan sich in der Kaverne unter der Stadt verirrt hat. Teschner hört und fühlt sich stellenweise an, als spräche er direkt aus dem Schlund der Hölle. Das ist Gänsehaut pur! Verpaßt Heitz seinen Figuren auch bisweilen unaussprechliche Namen, Teschner hält Schritt und meistert diese Zungenbrecher virtuos. Er ist der Grund, warum ich mittlerweile keinen Heitz-Roman mehr lese, sondern nur noch höre! Hut ab!

Wer mit dem ersten Teil von Wedoras Geschichte anfangen möchte, findet auch hierzu eine Rezension auf meiner Seite unter dem 27.02.2017. Gute Reise! Kommt mir ja wieder heil zurück!

Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle (Timothée de Fombelle)

Sonntag, 13.08.2017

Habe ich einen Märchen-Tick? Die einen sagen so, die anderen sagen so … 

Wie gerne bin ich dem Kaninchen in „Alice im Wunderland“ gefolgt. Ach, hätte mich doch „Peter Pan“ nur einmal nach Nimmerland mitgenommen. Im Musical „Der Zauberer von Oz“ bin ich mit Judy Garland und ihrem Hund Tota auf den Flügeln eines Tornado-Wirbels mitgeflogen. Cornelia Funkes Tintenwelt, oder auch ihre Reckless Geschichten habe ich jetzt noch, als Erwachsene, mit Freude gelesen. Überlegt mal, einfach hin in eine andere Welt und wieder zurück – wenn das so einfach gelänge …

Koffer! Sie sind doch überhaupt und absolut faszinierend, oder? Als Mädchen bewahrte ich meine Schätze darin auf. Versteckte sie unter dem Bett. Jederzeit wollte ich einen griffbereit haben, sollte ich denn einmal kurzfristig aufbrechen müssen. Jeden Abend konnte doch Peter Pan an’s Fenster klopfen. Kein Wunder also, dass mich der Titel, Klappentext und Cover dieses Romans magisch angezogen haben. Schaut mal:

Die wundersamen Koffer des Monsieur Perle (Timothée de Fombelle)

Sie war zu spät gekommen! Alles war zu spät. Für ihn hatte Sie die Unsterblichkeit aufgegeben, ihr Dasein als Fee. Ohne Reue, ohne Bitterkeit erfüllt von einer großen Dankbarkeit, dankbar dafür mit ihm leben zu können. Sein verlassener Körper im Sand, wie tot, mit weit offenen Augen. Der Bann hatte gewirkt – er war fort. Vertrieben in eine Welt zu der ihr jeglicher Zutritt verwehrt war und ihm jede Rückkehr zu ihr unmöglich …

Als Jacques Perle, vor seinem Laden für Schaumzucker, den Jungen entdeckte war er gerade mit einer unentschlossenen Kundin beschäftigt. Fünfzehn oder vielleicht sechzehn konnte er sein, völlig durchnässt stand er da und starrte auf sein Ladenschild. Kurzentschlossen ließ Monsieur Perle seine Kundin stehen, nahm einen Regenschirm, trat hinaus auf die Straße, faßte den vor Kälte zitternden Jungen am Arm und half ihm ins Trockene seiner Maison Perle. Der Junge schien kein Französisch zu verstehen, folgte ihm aber bereitwillig. Perle und seine Frau brachten den fremden Jungen im Zimmer ihres Sohnes unter. Er mußte etwa das Alter ihres Joshuas haben, ihres einzigen Sohnes, der vor zwei Jahren gestorben war. Vielleicht würde er vermißt, vielleicht wollte er nicht bleiben – man würde sehen …

Die beiden Gendarmen waren jetzt schon zum zweiten Mal gekommen und sie verlangten mit Nachdruck nach Jacques Perle. Sie wollten einfach nicht glauben, dass sein Sohn tot war, gleich wie eindrücklich er dies Tage zuvor schon beteuert hatte. Dem Wehrdienst wolle er sich sicher entziehen, immer diese Juden – das war es was sie dachten, auch wenn sie es nicht laut aussprachen. Als der fremde Junge Joshuas Namen nahm und die Maison Perle mit den Gendarmen verließ um in einen Krieg zu ziehen der nicht seiner war, kam er sich vor wie ein Hochstapler. 

Ilian alias Joshua Perle verdankte ihm sein Leben. Die Kugel, die die Brust von Brahim El Fassi durchschlagen hatte, hätte ebenso ihn treffen können. Nur mit viel Glück hatten sie sich unter diese Brücke im nahen Wald retten können. Brahim hatte viel Blut verloren und der Tod hatte bereits die Hand nach ihm ausgestreckt. Ilian, sonst ebenso so schweigsam wie sein alter Regimentskamerad, begann von sich zu erzählen um ihn mit seinen Worten warm zu halten. Niemals hatte er davon erzählt wo er hergekommen und was geschehen war, jetzt sein Geheimnis einem Sterbenden anzuvertrauen erleichterte ihn. Brahim hörte zu, die Erzählung Ilians führte ihn in Gedanken fort in das Dorf aus dem er gekommen war, ein Dorf von Sand bedeckt. Er überlebte diese Nacht und nicht nur diese, wie unsichtbare Fäden hatten die Worte seines Kameraden ihn zurück ins Leben gezogen und ein festes Band zwischen den beiden geknüpft.

Die Schuppe der Sirene, Brahim hatte sie für ihn mit seinem Leben verteidigt – er hatte sie verloren. Soviel Hoffnung! Soviel Hoffnung hatte er darauf gesetzt, dieser winzige Hinweis könne ihm ein Wegweiser werden, eine Tür aufstoßen um zurück zu finden, zurück in seine Welt …

Timothée de Fombelle lebt mit seiner Familie in Paris. Er schreibt seit Jahren erfolgreich, wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet., nominiert war er mit „Vango“ für den deutschen Jugendliteraturpres. Vor mir hat er sich bislang komplett verborgen und ich bin heilfroh ihn mit dieser Geschichte für mich entdeckt zu haben. Wer sich nicht sicher ist, ob er sich für Fantasy begeistern kann, aber Märchen mag, der ist hier richtig. Dabei ist es völlig egal, dass es ein Jugenbuch ist. Fombelle hat eine Stimmung gezaubert, die mich an die Weihnachten meiner Kindheit erinnert hat. Daran könnten auch die tollen Schaumzucker Gebäcke ein wenig Schuld sein und die Atmosphäre der Maison Perle, die er so schön zeichnet. Er schreibt in einer Art Rückblendentechnik und bettet wie auf Daunen sein Märchen ins Hier und Jetzt. Sprachlich wunderbar, verträumt, melancholisch und sehr anrührend – da werde glatt ich Prakmatiker zum Romantiker und das will schon was heißen …

Dankeschön für die großartige Übersetzung an Tobias Scheffel und Sabine Grebing, die ich wirklich sehr genoßen habe. 

„Jedes Mal, wenn jemand sagt: Ich glaube nicht an Feen, fällt irgendwo eine Fee tot um“. (J. M. Barrie, Peter Pan).

Ich und die Menschen (Matt Haig)

Samstag, 25.02.2017

Heute hat meine kleine Nichte Geburtstag, stolz ist sie, wird sie doch heute offiziell mit 13 zum Teenager … Immer dann, wenn die Familie zu Festen zusammen kommt, spürt man es ein bischen mehr als sonst was uns als Menschen ausmacht. Dann ist Platz für Freude. Für die Freude, die man empfängt wenn man ein Geschenk überbringt. Für die Freude, die man empfindet wenn man eines erhält. In einer meiner liebsten Geschichten geht es u.a. auch darum, um Empathie, um uns, um menschliche Katastrophen, kleine und große Dramen der Gefühlswelt:

Ich und die Menschen (Matt Haig)

Es ist Freitag Nacht und es regnet. Der renommierte Professor für Mathematik der Universität Cambridge, Andrew Martin, wandert nackt an der Autobahn entlang. Prompt wird er angefahren!

Nach dem Unfall ist er nicht mehr er selbst, als habe ein unbekanntes Wesen von ihm Besitz ergriffen. Und genau das ist auch passiert. Ein Wesen, das von einem entlegenen Stern entsandt wurde um ein für alle Mal zu klären ob die menschliche Spezies es wert ist, erhalten zu werden oder nicht, hat sich seiner körperlichen Hülle bemächtigt.

Professor Martin stand vor einem mathematischen Durchbruch, der für die weitere Entwicklung der Menschheit bahnbrechend wäre. Vorausgesetzt man (eine übergeordnete Intelligenz) läßt dies zu, ist das denn zu verantworten? Bekanntermaßen neigen die Menschen ja zur Selbstzerstörung, übermäßigem Ehrgeiz, Egoismus und Gewalt. Das sieht man ja nicht zuletzt am Zustand in dem sich ihr Planet befindet.

Seit seiner nächtlichen Wanderung erkennen Freunde, Kollegen, Frau und Sohn Andrew nicht wieder. Gut, äußerlich schon, aber sein Verhalten! Er, der Professor, kennt keine Bücher (!) mehr, keine Erdnußbutter und findet es befremdlich Kleidung zu tragen … Im Krankenhaus macht man Tests mit ihm, alle wirken so gestreßt. Seine Frau will Antworten, sein Sohn auch, und alles was er hat sind Fragen …

Matt Haig, geboren 1975 in Sheffield, schreibt Romane und Kinderbücher. Bei Rowohlt erschienen seine „Radleys – ein Vampirroman“, herrlich schräg! Mit „Ich und die Menschen“ kommt er ganz anders daher, er hält uns, den Menschen, auf wunderbar pointierte Art den Spiegel vor. Was sich nach einem Science Fiction Roman anhört ist dann aber doch keiner. Vielmehr ermöglicht ihm dieses Stilmittel von außen, quasi von ganz oben auf uns drauf, aber nicht auf uns herab zu schauen. Haig der seit Jahren mit den Dämonen einer Angststörung kämpft, setzt sich für mich hier anrührend und anschaulich mit dem auseinander was uns menschlich macht.

Bonus-Material gibt es auch, das (oder heißt es eigentlich der?)  „Alien“ hat am Ende aus dem selbst erlernten auch Ratschlägen für die Menschen im Gepäck. Humorvoll, augenzwinkernd und sehr sympathisch! 97  Ratschläge sind es geworden, hier ist einer den ich mir mitgenommen habe: „Lache. Es steht dir!“

Kinder des Judas (Markus Heitz)

Montag, 20.02.2017

Koblenz, im Frühsommer 2016. Auf dem Spielplan im Rahmen des rheinland-pfälzischen Kultursommers steht das Stück „Ich, Judas“ mit Ben Becker. Passender Weise spielt Ben Becker in einer Kirche in der Stadtmitte, allein füllt er sie aus, hallt noch lange auf dem Nachhauseweg und auch an den folgenden Tagen in mir nach. Immer wieder komme ich mit meinem Mann auf seine Darstellung der Figur des „Judas“ zurück. Judas, für viele eine Hassfigur, selten bis nie aber schaut man auf ihre Zerissenheit, ihren inneren Zwiespalt. Einer hat das auch getan, auf ganz andere Art als Ben Becker mit seiner Interpretation, aber nicht minder eindrücklich, und das in einem spektakulären Thriller, der zu einem meiner liebsten geworden ist und in der es sich auch um die zentralste aller Fragen dreht – die Schuldfrage …

Kinder des Judas

2007, Leipzig, Deutschland.

Sia Sarkowitz ist jung, rätselhaft und außergewöhnlich schön. Seit über sieben Jahren arbeitet sie in einem Leipziger Krankenhaus. Als Sterbebegleitung wird sie von Patienten und Angehörigen oftmals für einen Engel gehalten, so einfühlsam, so mitfühlend! Ärzte und Schwestern können es nicht einordnen, Sia scheint das Herannahen des Todes zu spüren, ist immer zur rechten Zeit zur Stelle, auch dann wenn eben noch Hoffnung schien und Sia schläft nie …

1670, Gruza, Serbien.

Jitka ist acht Jahre alt, als ihre Mutter von den Türken gefangen genommen wird und sie allein zurück bleibt. In dieser Nacht flieht sie aus ihrem Heimatdorf Gruza. Auf einem Strohlager für Ziegen, unter einem Felsvorsprung findet sie Schutz vor der Kälte. Sie schläft ein und wird von der Wärme eines Feuers geweckt. Ein Mann, beugt sich über sie und flüstert „keine Angst, ich beschütze dich“. Jitka schrickt auf und rennt, der Mann muss ein Upir sein – lieber fällt sie den Türken in die Hände als einem Vampir! Sie stolpert durch die Dunkelheit zurück in ihr Dorf, wo sie sich bis zum nächsten Morgen im Schrank versteckt. Der Großknecht des Bauern für den seine Mutter arbeitet findet sie dort, verängstigt und noch mit Stroh in den Haaren aus ihrem Fluchtversteck. Nein, es ist kein Traum – ihre Mutter ist fort. Die Frauen am Hof des Großbauern nehmen sich ihrer an, bis zu diesem einen Tag als ein gut gekleideter Soldat auftaucht. Jitkas Vater sei er, aber wie kann das ein? Ihr Vater ist tot, so hat es ihr ihre Mutter immer gesagt. Doch dieser Mann kennt ihren Kosenamen und er trägt die andere Hälfte des Amuletts ihrer Mutter? Eine Sehnsucht nach Wärme und Zuneigung ergreift von Jitka Besitz und verdrängt die mahnende Besorgnis, die Fragen die dieser Fremde aufwirft und sie geht mit ihm …

Ist es tatsächlich schon 2009 gewesen, dass ich Markus Heitz auf einer Lesung im hiesigen Gymnasium erleben durfte? So präsent habe ich das noch! Eigentlich stand sein „Drachenkaiser“ auf dem Programm, ich aber klemmte mir die „Kinder des Judas“ unter den Arm, in der Hoffnung eine Signatur zu ergattern – und hatte Glück! Er erweiterte seine Lesung sogar um ein Bonus-Kapitel aus seinem Sachbuch „Vampire, Vampire“. Dieses Sachbuch war aus der Recherche zu den „Kindern des Judas“ entstanden und ist erstaunlich  … Erst jetzt verstand ich, wieviel realer Glauben oder Unglauben in den „Kindern des Judas“ steckt. Mit Herzklopfen und immer wieder über meine Schulter zurück blickend, ging ich nach der Lesung über den dunklen Parkplatz zu unserem Auto. Hakte meinen Mann fest unter…

Markus Heitz, Altmeister des mystischen hatte bereits über Zwerge und Werwölfe erfolgreich geschrieben. Jetzt also sollte es ein Vampirroman sein, ganz ohne Dracula, dafür mit einem mächtigen Bündnis aus Wissenschaftlern und Vampiren … Er stellt sich der Herausforderung und verwebt realhistorisches aus dem 18. Jahrhundert mit einer fiktiven Geschichte und genau das macht den Unterschied zu anderen Romanen dieses Genre aus. Man spürt zu jeder Zeit „das Fleisch an den Knochen“ dieser Geschichte. Die zwei Zeitebenen auf denen er erzählt und die er gekonnt mit einander verspinnt, lassen einen Seite für Seite schneller umblättern, treiben uns beim Lesen an. Reines Suchtpotential hat diese Geschichte!

 

 

Die Flüsse von London (Ben Aaronovitch)

Donnerstag, 16.02.2017 … und es regnet Bindfaden.

Heute ist Londoner Wetter, denke ich so bei mir, als ich am Nachmittag in meinen Vorgarten schaue. Es will nicht richtig hell werden, das Haus unserer Nachbarn ist nur durch einen Regenschleier wahrnehmbar. Wie kleine Perlen hängen die Wassertropfen in den unbelaubten Ästen. Die daheim gebliebenen Gartenvögel suchen ein trockenes Plätzchen, überall tropft es. Diese Stimmung ist es, die mich an einen Autor denken läßt, der sich den  London –  Mythos als Ort für seine ungewöhnlichen Geschichten ausgesucht hat …

Die Flüsse von London (Ben Aaronovitch)

Kein Zweifel möglich, der Mann über den der Straßenkünstler Martin Turner früh um zwei Uhr auf dem Heimweg bei St. Paul’s stolpert ist tot. Gut, Martin hat eine ganze Menge Alkohol intus, was angesichts der Situation in der er sich jetzt befindet aber irgendwie hilfreich scheint – denn dem Mann am Boden vor ihm fehlt der Kopf!

Sechs Minuten nachdem Martin einen Notruf abgesetzt hat, trifft die Polizei ein. Als man den Kopf des Toten in einiger Entfernung hinter einer Säule entdeckt, ist klar das es sich hier nicht um einen Unfall mit Todesfolge handelt. Die Streifenpolizisten setzen ein Mordermittlungsteam in Gang. Ausgerechnet dessen jüngster und unerfahrenster Detective, Constable Peter Grant, hat in dieser Nacht Bereitschaft. Peter wirft nur einen einzigen Blick auf den Toten und reißt sogleich seinen Chef telefonisch aus dem Schlaf.

Während die Spurensicherung ihren Job macht, steht Peter in voller Ausrüstung und eisiger Kälte daneben, bis er eines kleinen Mannes gewahr wird, der sich im Schatten hinter einer der Vorhallen-Säulen herum drückt. Constable Grant setzt ihm nach. „He, was machen Sie da?“ Der kleine Mann beichtet aschfahl, er habe alles gesehen, es sei schrecklich gewesen. Na, wenn das kein Volltreffer ist, ein Augenzeuge! Dumm nur, das dieser im weiteren Verlauf der Befragung kleinlaut angibt, er könne nicht mit auf’s Revier kommen, er sei leider schon seit hundertzwanzig Jahren tot …

Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt heute auch noch dort. Er arbeitet als Buchhändler! und schreibt Romane und Fernsehdrehbücher.

Mit seiner Fantasy-Krimi-Reihe um Constable Peter Grant, seines Zeichens der letzte Zaubererlehrling Englands, ist Aaronovitch eine herrlich skurile Geschichte mit Alleinstellungsmerkmal gelungen. Die Handlung ist temporeich, seine Figuren sind außergewöhnlich, die Dialoge sprühen vor Wortwitz. Wer Harry Potter als Kind oder junger Erwachsener mochte, findet hier einen ebenbürtigen Kollegen in der Gilde der Zauberer. Tja, und aller Anfang ist auch für Peter Grant schwer, genauso wie damals für Harry … Abrakadabra!

Schweigt still die Nacht (Brenna Yovanoff)

Mittwoch, 08.02.2017

Schuhe aus, Füße hoch!  Probleme, Termine – Termine, Probleme! Diagnose: Realitätsüberfluß. Wenn es mir so ergeht, stecke ich meine Nase am Liebsten in ein Fantasy Buch. Abtauchen in eine besondere Geschichte, fern ab von dem was man kennt. Ein leichter Grusel darf auch dabei sein? Bitteschön, hier kommt so ein Schätzchen:

Schweigt still die Nacht (Brenna Yovanoff)

Mackie Doyle ist ein Freak! Da sind sich alle Schulkameraden einig, er ist immer derjenige der am Boden kniet, den Kopf zwischen den Beinen wenn ein anderer Nasenbluten hat. Aber es ist nicht der Anblick des Blutes der Mackie Übelkeit bereitet. Es ist das Eisen – und das war schon immer so. Eisen ist einfach überall, in Autos,  Küchengeräten, Besteck – da ist es meist vermischt mit anderen Metallen wie Chrom oder Nickel. Diesen Schmerz, der dann einsetzt wenn Mackie Metall berührt den kann er aushalten. Das Eisen im Blut anderer aber ist anders …

Emma Doyle, seine große Schwester, erzählt ihm immer wenn er nachts nicht schlafen kann und sich in ihr Zimmer schleicht, diese eine Geschichte. Sie schwört, dass sie wahr ist und Mackie glaubt ihr.

Sie ist noch ein kleines Mädchen, als in der Nacht des Fenster zu ihrem Zimmer aufgeschoben wird. Ihr kleiner Bruder, das Baby, liegt in der Wiege und weint, es ist ängstlich. Der hagere Mann, mit dem langen schwarzen Mantel, der durch das Fenster kommt, das Baby greift und mitnimmt. Still, lautlos verschwindet er durch das Fenster so wie er gekommen ist. Emma steht auf, tappt im Dunkeln auf die Wiege zu, steckt ihre kleine Hand durch die Gitterstäbe – das Ding das jetzt in der Wiege liegt kriecht auf sie zu. Das ist nicht ihr Bruder – das ist Mackie … Willkommen in Gentry!

„Ich liebe diese schöne, schaurige Geschichte über das Hässliche. Lasst sie euch vorlesen, nein, vorflüstern. Am besten, wenn es dunkel ist.“ So Maggie Stiefvater, selbst erfolgreiche Autorin über den Debüt Roman von Brenna Yovanoff. Das kann ich uneingeschränkt unterschreiben. Der Grusel in der Geschichte ist wohl dosiert, die Sprache für ein Jugendbuch seht gut eingesetzt. Vor allem aber ist es Mackie als Figur die etwas ganz besonderes hat. Es geht um Wurzeln, wo kommen wir her, wo gehen wir hin, was macht uns aus, darum sich seinen Dämonen stellen zu müssen …