Die Gedichte (Hermann Hesse)

Fronleichnahm, 15.06.2017

Dieses kleine dicke Büchlein, ganz abgegriffen ist es mittlerweile. Man sieht ihm deutlich an, es wird geliebt. 

Mein Mann und ich, haben es wohl schon unzählige Male durchgeblättert, jeder von uns hat hier seine Lieblingsstellen, manche mögen wir auch beide gleichermaßen, lesen sie uns auch gegenseitig vor. Andreas kann seine Herzenspassagen sogar auswendig.

Zeitlos, alterslos, egal ob lang, ob kurz, ob traurig, nachdenklich oder heiter, zwischen diesen Seiten, zwischen diesen Zeilen findet man die ganze Welt.

Ja, ich mag auch seine Erzählungen, seine Essays, seinen Peter Camenzind, oder Verrückt in die verliebte Welt. Aber seine Gedichte sind für mich das wahrhaft große Kino. Wie dieser Mann mit dem Versmaß ringt und diese herrliche Melancholie … Eine Handvoll seiner Worte lassen in meinem Kopf ganze Landschaften, oder auch Gemälde entstehen. Er hatte wohl ein wundes Herz, leck geschlagen durch den Krieg, durch dort Erlebtes und doch scheint immer auch das Licht durch seine Worte hindurch.

Wer kennt nicht seine „Stufen“, die Passage „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ ist schon fast ein geflügeltes Wort geworden.

Wie schafft man es nur, mit so wenigen Silben, so wenigen Zeilen so viel auszudrücken? Da ich mich selbst nie kurz fassen kann, verneige ich mich hier in Ehrfurcht …

In diesem Beitrag hinterlasse ich einmal zwei seiner Gedichte, ein weiteres von ihm findet ihr in einem separaten Post, den ich im Blog schon veröffentlicht habe.

Vielleicht kann ich Euch ja anstecken, anstecken mit dem „Hesse-Virus“ …

Bücher (von Hermann Hesse)

Alle Bücher dieser Welt – bringen dir kein Glück, 

doch weisen sie dich geheim in dich selbst zurück.

Dort ist alles, was du brauchst – Sonne, Stern und Mond,

denn das Licht, danach du frugst, in dir selber wohnt.

Weisheit, die du lang gesucht, in den Büchereien,

leuchtet jetzt aus jedem Blatt – denn nun ist sie dein …


Wolken (von Hermann Hesse)

Wolken, leise Schiffe fahren, über mir und rühren mich,

mit den zarten, wunderbaren Farbenschleiern wunderlich.

Aus der blauen Luft entquollen, eine farbig schöne Welt,

die mich mit geheimnisvollen Reizen oft gefangen hält.

Leichte, lichte, klare Schäume, alles Irdischen befreit,

ob ihr schönen Heimwehträume der befleckten Erde seid?
Seufz 💕!!!

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Veröffentlicht in LyrikVerschlagwortet mit

4 Kommentare zu „Die Gedichte (Hermann Hesse)“

  1. Huhu!

    Wie schön, dass ihr dieses Buch gemeinsam lest und liebt! 🙂 Ich muss ja zugeben, dass ich lange ein schrecklicher Gedichts-Muffel war, bis mein Mann anfing, sich mit Gedichten zu beschäftigen und selber welche zu schreiben. Inzwischen bin ich wesentlich offener für Gedichte und liebe zum Beispiel die von Jan Wagner.

    Hermann Hesse habe ich seit dem Deutsch-Leistungskurs nicht mehr gelesen, und das ist über 20 Jahre her… Aber wenn ich mich recht erinnere, haben wir damals keine seiner Gedichte gelesen, sondern „Narziß und Goldmund“ und „Unterm Rad“.

    Ich denke, ich werde mir mal seine Gedichte aus der Bibliothek ausleihen! 🙂

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

    Gefällt 1 Person

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