The Dry (Jane Harper)

Samstag, 04.03.2017

Australien! Der Kontinent der Gegensätze ist für viele von uns ein Sehnsuchtsziel. Bis heute ist dieses unglaubliche Land an vielen Stellen sogar noch unberührt. Es gibt neben den pulsierenden Metropolen wie Sydney oder Melbourne, Dschungel, jede Menge giftige Tiere und im Herzen das rote Zentrum mit dem Uluru, dem Ayers Rock. Eine Eingeborenen Kultur die wir teils bis heute nicht verstehen und – hier kann man noch verloren gehen, auch als Tourist. Immer wieder auch verheerende Buschbrände, die die Existenzen der einsam gelegenen Farmen bedrohen oder gar vernichten. Australien als Thriller Schauplatz kommt einem gar nicht mal so häufig unter, dabei bietet es die denkbar spannendsten Voraussetzungen …

The Dry (Jane Harper)

Es ist die größte Dürre seit hundert Jahren, da sind sich mittlerweile Metereologen und Farmer einig. Sie läßt nicht nur das Vieh verdursten, alles was grün und gut ist verdorren, sondern auch die Menschen langsam durchdrehen …

Kiewarra, irgendwo im australischen Nirgendwo. Das Baby schreit auf der Hadler Farm als der Postbote seine übliche Runde dreht. Was zunächst wie ein Routine-Tag in der flirrenden Hitze aussieht entpuppt sich in Windeseile als Albtraum. Der Postbote findet die Haustür der Hadlers angelehnt und nach wenigen Schritten im Flur Sarah Hadler in einer Blutlache. Die Stiegen aufwärts im Kinderzimmer Billy Hadler, acht Jahre alt, erschossen, verborgen hinter einem Wäschekorb. Charlotte, das Baby brüllt verängstigt und aus Leibeskräften. Den Vater, Luke, findet wenig später dann die Polizei, auf der Ladefläche seines Pick Ups. Tot, die Schrotflinte noch im Mund. Die Hitze – ein erweiterter Suizid, der Fall scheint klar …

„Luke hat gelogen, DU hast gelogen, komm zur Trauerfeier“ – dieser Satz fordert den Polizisten Aaron Falk auf zur Beerdigung der jungen Familie Hadler nach Kiewarra zu kommen. Zwanzig Jahre ist es jetzt her, dass Aaron Hals über Kopf mit seinem Vater Kiewarra verlassen hat. Unverholen schlägt ihm nach seiner Rückkehr während des Kirchgangs der Hass der Bewohner entgegen. Wie kann er es wagen, hier einfach so wieder aufzutauchen …

Jane Harper legt mit ihrem Debut „The Dry“ (Die Dürre) einen spannenden Krimi vor, der uns ans andere Ende der Erdkugel mit nimmt. Die Einfachheit des Lebens im australischen Outback, die Einsamkeit und die extremen klimatischen Bedingungen schildert sie anschaulich und eindrücklich. Wie begegnet man seiner eigenen Voreingenommenheit, wenn eines klar ist – seiner Vergangenheit kann niemand entfliehen.

Götz Otto nimmt sich zurück beim Vorlesen. So fühlte es sich für mich als Zuhörer an, als laste die bleischwere Hitze auch auf ihm und nicht nur auf der Geschichte. Die langen Schatten vergangener Tage, die Jane Harper ebenso beschwört wie die Bewohner den Regen, geben der Geschichte, die in geschickten Rückblenden erzählt wird eine ganz eigene Dynamik. Knisternd sprühen im Showdown die Funken …

 

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