Ich und die Menschen (Matt Haig)

Samstag, 25.02.2017

Heute hat meine kleine Nichte Geburtstag, stolz ist sie, wird sie doch heute offiziell mit 13 zum Teenager … Immer dann, wenn die Familie zu Festen zusammen kommt, spürt man es ein bischen mehr als sonst was uns als Menschen ausmacht. Dann ist Platz für Freude. Für die Freude, die man empfängt wenn man ein Geschenk überbringt. Für die Freude, die man empfindet wenn man eines erhält. In einer meiner liebsten Geschichten geht es u.a. auch darum, um Empathie, um uns, um menschliche Katastrophen, kleine und große Dramen der Gefühlswelt:

Ich und die Menschen (Matt Haig)

Es ist Freitag Nacht und es regnet. Der renommierte Professor für Mathematik der Universität Cambridge, Andrew Martin, wandert nackt an der Autobahn entlang. Prompt wird er angefahren!

Nach dem Unfall ist er nicht mehr er selbst, als habe ein unbekanntes Wesen von ihm Besitz ergriffen. Und genau das ist auch passiert. Ein Wesen, das von einem entlegenen Stern entsandt wurde um ein für alle Mal zu klären ob die menschliche Spezies es wert ist, erhalten zu werden oder nicht, hat sich seiner körperlichen Hülle bemächtigt.

Professor Martin stand vor einem mathematischen Durchbruch, der für die weitere Entwicklung der Menschheit bahnbrechend wäre. Vorausgesetzt man (eine übergeordnete Intelligenz) läßt dies zu, ist das denn zu verantworten? Bekanntermaßen neigen die Menschen ja zur Selbstzerstörung, übermäßigem Ehrgeiz, Egoismus und Gewalt. Das sieht man ja nicht zuletzt am Zustand in dem sich ihr Planet befindet.

Seit seiner nächtlichen Wanderung erkennen Freunde, Kollegen, Frau und Sohn Andrew nicht wieder. Gut, äußerlich schon, aber sein Verhalten! Er, der Professor, kennt keine Bücher (!) mehr, keine Erdnußbutter und findet es befremdlich Kleidung zu tragen … Im Krankenhaus macht man Tests mit ihm, alle wirken so gestreßt. Seine Frau will Antworten, sein Sohn auch, und alles was er hat sind Fragen …

Matt Haig, geboren 1975 in Sheffield, schreibt Romane und Kinderbücher. Bei Rowohlt erschienen seine „Radleys – ein Vampirroman“, herrlich schräg! Mit „Ich und die Menschen“ kommt er ganz anders daher, er hält uns, den Menschen, auf wunderbar pointierte Art den Spiegel vor. Was sich nach einem Science Fiction Roman anhört ist dann aber doch keiner. Vielmehr ermöglicht ihm dieses Stilmittel von außen, quasi von ganz oben auf uns drauf, aber nicht auf uns herab zu schauen. Haig der seit Jahren mit den Dämonen einer Angststörung kämpft, setzt sich für mich hier anrührend und anschaulich mit dem auseinander was uns menschlich macht.

Bonus-Material gibt es auch, das (oder heißt es eigentlich der?)  „Alien“ hat am Ende aus dem selbst erlernten auch Ratschlägen für die Menschen im Gepäck. Humorvoll, augenzwinkernd und sehr sympathisch! 97  Ratschläge sind es geworden, hier ist einer den ich mir mitgenommen habe: „Lache. Es steht dir!“

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