Hannes (Rita Falk)

… bittersüß und nachdenklich

Sonntag, 05.02.2017

Landläufig heißt es immer, das Leben schreibt die besten Geschichten. Unabwendbar, unumkehrbar fordert es uns oft heraus. Der unvergessene Roger Cicero hat getextet „Das Leben ist auch nur ein Mensch, unbarmherzig … und manchmal auch brutal“ … Wer von uns kann das nicht unterschreiben. In einer meiner Lieblingsgeschichten wurde Uli auch vom Leben ein Bein gestellt …

Hannes (Rita Falk)

„Dein Blut läuft langsam in den Rinnstein und nimmt mein Herz mit sich“ …

Es ist ein Tag im Frühling, der die beiden Freunde Uli und Hannes ihre Motorräder besteigen läßt. Zwanzig Frühlinge, zwanzig Sommer kleben die beiden schon zusammen wie die Kletten. Auch heute bei ihrem gemeinsamen Ausflug. Uli fährt vor, behält seinen Freund die ganze Zeit über im Rückspiegel im Auge. Bis zu dieser einen langgezogenen Kurve, an dieser ewig hohen Mauer entlang. „Da hat er wohl verzagt das Tempo raus genommen“, denkt Uli zunächst grinsend und fährt noch ein Stück weiter. Doch Hannes schließt nicht zu ihm auf? Uli kehrt um, findet seinen Freund, gestürzt und schwer verletzt auf der Fahrbahn liegend. Die Menschen, die Sirenen, das Blaulicht, Arme die Uli von Hannes weg zerren, dann der Rettungshubschauber – all dies nimmt Uli wie durch einen Schleier wahr.

Sechs Wochen sind seit dem Unfall vergangen und Hannes ist noch immer nicht bei Bewußtsein. Uli, der es gewohnt ist jedes Tagesereignis mit seinem besten Freund zu besprechen, ist kurz vor dem Durchdrehen. Er sitzt auf dem Fensterbrett in Hannes‘ Krankenzimmer und schaut in die Krone der Kastanie vor dem Fenster. Wie kann er das nur aushalten? Wie soll er nur seinen neuen Job im Altersheim stemmen ohne Hannes? Erst Trauer, dann ohnmächtige Wut, Zorn auf die Ärzte, die Eltern von Hannes die ihn aufgeben wollen, auf Hannes – der ihn so zurück läßt – dann eine Idee. Uli beginnt zu schreiben, jeden Tag, jede Kleinigkeit schreibt er auf um sie für Hannes nicht zu vergessen, sie wieder mit ihm teilen zu können, wenn er endlich wieder wach ist …

Rita Falk hat sich mit ihren Franz Eberhofer Geschichten in die Herzen der Provinz-Krimi Fans geschrieben. Ich bin auch von der ersten Zeile an ein Fan von Franz und Oma geworden und dieser Serie treu geblieben. Mit diesem Roman zeigt sie eine ganz andere Seite ihres schriftstellerischen Talents. Ohne Rührseligkeit und mit dem ihr eigenen Humor der auch hier aufblitzt, zeichnet sie das Bild zweier Freunde. Bewegend, berührend und immer positiv begegnet ihr Uli dieser Situation. Eine Geschichte die Kraft gibt, für und in Lebenslagen die uns auf die Probe stellen. Das Buch muss gelesen werden – so mein Wunsch! Möge es vielen Kraft geben …

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