Das Alphabethaus (Jussi Adler-Olsen)

Sonntag, 29.01.2017

Immer wenn Freundschaften in die Brüche gehen fangen wir an und denken nach. Hätte ich mehr Zeit investieren müssen? Was war das „falsche“ Wort, das plötzlich alles eskalieren ließ? Lohnt es sich zu kämpfen? Kann und will ich die Reaktion meines Gegenübers aushalten, wenn ich meine Gefühle auf den Tisch packe?

Jeder von uns hat wohl schon mal in einer Situation gesteckt, die diese oder ähnliche Fragen aufgeworfen hat.  Ein Roman, den ich vor Jahren gelesen habe, beschäftigt sich mit dem Thema Freundschaft auf eine Art und Weise, wie sie mir damals noch nicht und bis heute nicht wieder untergekommen ist:

Das Alphabethaus (Jussi Adler Olsen)

„1944. Der Aufprall war unerwartet brutal. Der Boden war steinhart gefroren, die Ackerfurchen waren wie aus Beton gegossen.“

Brian und James zwei britische Piloten und Freunde seit Kindertagen werden bei einem Luftangriff über Feindesgebiet in Deutschland abgeschossen. Beide überleben den Absturz ihrer Maschine und retten sich schwerverletzt auf einen Zug, einen Lazarettzug. Der Zug ist voll mit verletzten deutschen Offizieren und die Freunde wissen, sagen sie von jetzt an auch nur noch ein Wort, ist ihrer beider Leben verwirkt. Die beiden nehmen die Identität zweier deutscher Soldaten an und man liefert sie in ein Sanatorium für Geisteskranke im Schwarwald ein. Im sogenannten „Alphabethaus“, wo man die Insassen in Kategorien einteilt, wobei A zurück an die Front kann, lernen Bryan und James schnell, dass man alles daran setzt Simulanten zu enttarnen. Elektroschocks, übergriffige Mitinsassen – man selbst fixiert in einer Zwangsjacke …

Jussi Adler Olsen, bekannt in Deutschland für seine Thriller-Reihe um Carl Moerck, begründete mit diesem Roman seinen Weltruhm. Dieser für mich einzigartige Roman, ist verstörend, aber nie reisserisch und hallt bis heute in mir nach. Daher von mir ein unbedingt lesen! Ich durfte Jussi Adler Olsen 2012 im Rahmen einer Lesung live erleben. Im Laufe der Lesung war mir bald klar, warum ihm dieser Roman so authentisch gelungen ist: Sein Vater war der Leiter einer Nervenheilanstalt und er war als Junge oft in dessen Sanatorium zu Besuch. Hatte Umgang mit Menschen, darunter Mörder und Gewalttäter, die ihm mehr als nur ein Gesicht zeigten…

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