Das Lavendelzimmer (Nina George)

Samstag, 28.01.2017

Ein Traum in Pastell!

Jeden Morgen und jeden Abend komme ich auf meinem Weg zur Arbeit an einer Kirche vorbei. Sie liegt auf einer Anhöhe über dem Ort, scheint wie aus der Zeit gefallen und so gar nicht nach Rheinland-Pfalz zu gehören. Eher in die Toskana, oder ja  – nach Südfrankreich vielleicht.

Heute war ich schon vor der Sonne unterwegs und als ich „meine“ Kirche erreichte, tauchten die ersten Strahlen den Kirchberg in pastellfarbenes Licht. Wie ein impressionistisches Gemälde, da kann selbst ich romantisch werden und obwohl ich eigentlich keine Liebesgeschichten lese, ok – so gut wie keine – fiel mir eine meiner liebsten Ausnahmen ein:

Das Lavendelzimmer (von Nina George)

Alle Franzosen sind klein? Hhmm, Monsier Perdu, Jean Perdu, ist eher groß für einen Franzosen und er hat einen Plan. Andere hätten beim Anblick des alten flämischen Lastkahns an Brennholz gedacht, er aber denkt an eine Apotheke. Statt Heilkräutern will er auf ihm Bücher pflanzen, heilen will er all die Krankheiten für die es sonst keine wirkliche Arznei gibt, Heimweh zum Beispiel und es gelingt ihm.

Bald fotografieren nicht nur Touristen die berühmte schwimmende Literatur-Apotheke von Paris, sondern er hat gut zu tun, unterstützt von zwei zugelaufenen Katzen und einem Autor mit Schreibblockade.

Was nach Romantik und Idylle klingt fühlt sich für Jean Perdu ganz anders an. Seit Jahren schon vermag er jedem zu helfen, mit Geschichten und Rat, nicht aber sich selbst. Niemand weiß, das es in seiner Pariser Wohnung in der Rue Montagnard Nr. 47 ein Zimmer gibt, was er vor einundzwanzig Jahren mit einem Bücherregal und einer Mauer aus Wörtern (wie er sagt) verschlossen und seither nicht mehr betreten hat …

Das Licht der Provence quillt förmlich zwischen den Seiten dieser wunderschönen Geschichte hervor, und ja ich gestehe es ein, ein kleines bischen habe ich mich in Jean verliebt, mit ihm geträumt und geweint.

Nina George berührt Herzen und wärmt sie, mit einer klugen, feinen Sprache und einer Prise Humor. Eine Geschichte wie es nicht viele gibt. Vive la France! Vive l’amour!

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